Wenn Gott eingreift, aber anders als erwartet – Psalm 9,20
Shownotes
Bibeltext in dieser Folge
Greif ein, Herr! Lass nicht zu, dass ein Mensch dir die Stirn bietet. Zieh die Völker vor Gericht. Sprich ihnen allen das Urteil.
Der Bibeltext wurde anhand der Losungen ausgesucht. © Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine; Weitere Informationen finden Sie hier
«Greif ein, Herr!»: Ein Ausruf aus den Psalmen, mit dem man sich gut identifizieren kann. Wie oft wünscht man sich doch, dass Gott etwas zum Guten wendet und Mächtige zur Rechenschaft zieht. Aber was, wenn Gott nicht eingreift? Oder einfach ganz anders als erwartet?
Host Leonie Meier spricht mit Mimi Grauli und Johannes Tschudi darüber, warum dieser Ausruf so menschlich ist und wieso Gott einen anderen Zeithorizont hat als wir. Ausserdem diskutieren sie, wie man ganz praktisch den eigenen Blick für Gottes Handeln schärfen kann.
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Expertinnen und Experten:
Mirjam «Mimi» Grauli liebt die Arbeit mit jungen Menschen bei der VBG. Herauszufinden, wofür die Herzen schlagen, welche Fragen sie beschäftigen und was sie an Jesus begeistert oder verwirrt, das bringt Leben ins Leben. Deshalb zog sie vor über vier Jahren von Deutschland nach Zürich, um mit Studierenden zu arbeiten. Sie hat Ethnologie und Sprachwissenschaften studiert, und die Ausbildung zur Berufsschullehrerin. Aber sie kann auch ohne Menschen: Dann ist sie in den Bergen, auf dem Velo oder einfach draussen.
Johannes Tschudi ist Ehemann, Vater, Katholik, Leser, Schreiber, Brettspieler und Tolkien-Liebhaber. So vielfältig wie das absolvierte Studium der Philosophie und Religionswissenschaft sind auch die Tätigkeiten, die er ausführt. In der VBG begleitet er glaubend, denkend, suchend und findend Studierende in der Nordwestschweiz. In der Redaktionsleitung des Printmagazins Melchior spürt er dem Schönen, Wahren und Guten nach. Als Ausgleich zur geistigen Arbeit putzt und unterhält er das Pfarreiheim der katholischen Kirche Neuendorf, wo er sich auch im Glauben zuhause fühlt.
Vertiefende Links:
Transkript anzeigen
00:00:05: Ein
00:00:07: Podcast von EREF-Media Schweiz.
00:00:10: Zwei Gäste diskutieren über einen kurzen
00:00:12: Text aus der Bibel.
00:00:22: Heute mit mir ist Leonie Meyer.
00:00:24: Ungerechtigkeiten sind manchmal schwer zu aushalten,
00:00:28: v.a.,
00:00:28: wenn wir das Gefühl haben, uns sei es unrechtlich und das wird ihnen nicht anerkannt!
00:00:33: Oder wenn man zuschaut, wie jemand immer wieder davonkommt, obwohl er so viel Falsches oder sogar Böses gemacht hat.
00:00:40: Das kann einem auch richtig hässig machen und ich wünsche mir dann oft, dass jemand eingreift und alles zurechtdruckt.
00:00:47: Über das rede ich heute mit meinen Gästen Mimi Grauli unter Johannes Tutti Und die Ausgangslage dazu ist der Psalm neun Vers zwanzig.
00:00:55: Greif
00:00:55: ein Herr!
00:00:56: Lass nicht
00:00:57: zu,
00:00:58: dass ein Mensch dir die Stirn bietet.
00:01:01: Sie, die Völker vor Gericht.
00:01:03: Sprich Ihnen allen das Urteil!
00:01:07: Der Anfang des Fers, dass Greif einherrt, hat mich schon ziemlich abgeholt, weil es redet aus meinem Herz.
00:01:14: Es gibt ganz viele Situationen jetzt global, aber auch in meinem Umfeld, wo ich sehr gerne hätte, wenn Gott mal eingreifen würde oder was ich heimengst.
00:01:21: So wie Zurufe greift doch ein?
00:01:24: Wie geht's euch und was löst der Versi euch aus?
00:01:28: Ich glaube ... Ähnlich ist.
00:01:30: Also ich habe schon auch so ein paar Situationen gehört, wo ich denke Jesus jetzt wäre ein cooler Moment eigentlich.
00:01:35: Jetzt könntest du vorbeikommen?
00:01:36: Und dann immer wieder sich zurückzunehmen und zu sagen das ist gerade auch wirklich meine Perspektive.
00:01:41: auf der einen Seite darf ich das Ich darf hier ihm das so hinknallen auf den Tisch aber auch irgendwie zu sagen und trotzdem zu warten und ihm zu vertrauen dass er sieht das ja alles und er greift ein Er wird eingreifen wenn ich überzeugt.
00:01:55: also wir müssen gar nicht dran erinnern Der Sache schief.
00:01:59: Ich glaube, das hilft mir vor allem total wenn ich ihn erinnern kann.
00:02:03: Ja mega!
00:02:03: Ich habe auch das Gefühl, Salme sind ja sehr persönlich aus meinem eigenen Leben und beschreiben oft vielleicht mehr die eigene Situation als die effektive objektive Situation.
00:02:16: aber genau das hat voll Platz vor Gott.
00:02:19: So ein Gott der Ewigkeit eigentlich, der so eine Entgültigkeit raushauen kann, aber nicht muss.
00:02:27: Ich finde, es sagt uns ja eigentlich etwas über das Verhältnis von Menschen und Gott.
00:02:33: Wenn ich sage Greif ein, dann weiss ich ja schon auch, wie ich mir wünsche, dass Gott ihn greift.
00:02:39: Wenn er mich fragen würde, hätte ich einen Plan.
00:02:41: Aber häufig ist Gott irgendwie anders als wir erwartet.
00:02:45: Wie geht ihr mit dem um?
00:02:47: Wie sieht Gott gleich aus?
00:02:50: Ja voll!
00:02:51: Das finde ich mega spannend.
00:02:52: Das ist ein Fersus im alten Testament.
00:02:56: Er beschreibt dann auch, er zieht die Völker vor Gericht.
00:02:58: Er stellt sich Gott vor, der hier richtig aufräumt und zeigt, wer hier der Meister ist.
00:03:07: Spannenderweise ist das tageslos eigentlich vom fünftzwanzigsten März für Katholiken, wo ich mich dazu zähle – ein Fest und zwar Verkündung des Herrn.
00:03:21: Und zwar fährt man dort den Moment, in dem der Angel Gabriel de Maria begegnet und sagt, sie wird schwanger mit Jesus.
00:03:29: Und wieso auf etwa die zwanzigste März?
00:03:31: Neun Monate später
00:03:33: ... Das haben
00:03:34: Sie sich doch überlegt genau!
00:03:37: Und das ist ein Moment, wo mich immer wieder völlig flascht, weil dann wirklich Gott Mensch wird, offenbar wird.
00:03:46: Es geht eben einen Wegwelt, der völlig anders ist als ich alle hätte vorstellen können.
00:03:52: Und das er durch Eingrifft, aber auf eine Art wie sich es nie mehr ausdenken hat.
00:03:57: Zum Leben in die Welt setzt.
00:03:59: Jesus wird Mensch und schon in dem Moment wo er angekündigt wird ist er eigentlich Leben.
00:04:05: Aber sichtbar wird es erst neun Monate später oder dreißig Jahre später werden.
00:04:10: Jesus dann auftritt als Erwachsener, als Demisieres.
00:04:13: Spannend!
00:04:14: Es ist spannend, dass Jesus oft nicht als der Messias erkennt wurde.
00:04:19: Oder weil er so anders ist als die Leute vorgestellt haben in den Jahren.
00:04:25: Wie macht ihr das?
00:04:26: Dass eure Vorstellungen euch nicht blind machen oder dass wir eine klare Vorstellung haben, damit es mir dann wirklich gar nicht findet?
00:04:36: Ich weiss gar nicht ob ich das bewusst mache oder ob das immer wieder durchgebet und durchreflektiert wird.
00:04:44: Ich habe mich vielleicht eingeschossen auf einen Weg, aber Gott hat trotzdem gehandelt.
00:04:48: Nur weil er nicht macht was ich mir wünsche heißt nicht dass er nebenan sitzt und passiv ist.
00:04:53: Und da fällt mir oft im Rückblick dann auf ah okay ich kann ihm doch vertrauen?
00:04:59: Und das...ich will nicht in meinem Rückblick leben!
00:05:01: Das finde ich auch nicht befriedigen muss ich sagen.
00:05:03: Aber das hilft mir selber zuzusprechen und zu sagen ich darf klagen, ich darf jammern, also ich darf aber auch jubeln über das was war.
00:05:10: und ich darf mir selber zusprechen Der Herr, der das gemacht hat, bleibt bei dir.
00:05:15: Und er war und ist und wird
00:05:17: sein.".
00:05:19: Jetzt
00:05:19: haben wir den Anfang angeschaut, dass Greif ein Herr ... Das ist auch etwas, was wir uns wünschen.
00:05:26: Wir haben gesagt über einen Gott, der alles zum Besseren wendet.
00:05:29: Es geht ja noch weiter.
00:05:30: Er sagt, die Zeit in Völkern vor Gericht sind immer so Sachen, wo man wirklich gespaltene Gefühle auslöst.
00:05:36: Das Gericht kann bedrohlich sein.
00:05:38: Andererseits macht es Schaf zur Gerechtigkeit.
00:05:40: Das ist eigentlich schon eine Bedürfnis.
00:05:42: Wie sehen Sie das?
00:05:43: Was macht es mit uns und die Vorstellung von diesem Gericht?
00:05:46: Ja, ich finde es wichtig, dass man den ganzen Psalm anschaut.
00:05:50: Ein Psalmist, der eigentlich die Arme in die Mitte stellt und die bedrückte und die arant drängt.
00:05:57: Ich glaube unter Richten kann man auch etwas wieder gerade richten oder aufrichten verstehen.
00:06:04: Und ich interpretiere es nach so, dass es nicht die aktive Handlung ist von Gott, sondern sehr aktiv.
00:06:11: die Bösen bestraft, sondern dass er eigentlich aktiv die Arme und Unterdrücke aufrichtet.
00:06:17: Und das kann dann oft ungemütlich werden für die, die dafür verantwortlich sind, dass es Arme- und unterdrückte
00:06:22: gibt.".
00:06:25: Das ist verspannend, habe ich so noch nie gesehen!
00:06:28: Entspannt ein bisschen?
00:06:29: Aber ich würde das auch so sehen, weil wenn ich dann Jesus anschaue der Mensch gewohne Gott nachher im neuen Testament, wo ich nicht sagen würde, der richtet nicht... Er ist ja schon einer der den Tempel aufräumt.
00:06:43: Er ist einer, der sich zu den Armen und Unterdrückten stellt ganz bewusst vor die Elite, vor die, die ihm was tun könnten.
00:06:50: Und dann gibt es Stellen wo er einfach durch die Menge wegläuft und ich denke so yes!
00:06:53: Er so läuft!
00:06:55: Wo er schon klar ist.
00:06:56: aber das ist eigentlich ein schöner Punkt zu sagen er geht immer von dem Aufrichten und von dem Es wieder her richten her und was da neben runter fällt hat's vielleicht auch selber verschuldet in dem Moment.
00:07:08: Jetzt Wir haben schon darüber gesprochen.
00:07:10: Nach meiner Meinung nach können wir viel öfters eingreifen und Menschen zu Verantwortung ziehen, auch jetzt gerade das, was du vorhin gesagt hast mit den Mächtigen oder eben diejenigen, die mitverantwortlich sind, dass andere zu wenig haben oder müssen leiden?
00:07:24: Wie gehen Sie damit um, wenn es einfach nicht passiert, wenn ihr immer wieder betet, um irgendwie ein Handeln von Gott aber wie keine Reaktion kommt?
00:07:33: Ja ich glaube, das ist mega auserfordert und irgendwo... Ich finde es vielleicht nicht eine Antwort, aber enttrostet letztlich im Kreuz, wo genau die Machtlosigkeit zum Ausdruck kommt und wie er selbst in den Kauf nimmt.
00:07:51: Dass er sich am Bösen aussetzt und das aushaltet und nicht vom Kreuz abkommt.
00:08:02: Spannend, ich habe verschiedene andere Übersetzungen gelesen.
00:08:05: Anstatt Greif ein Herr übersetzt der Luther mit Steh auf oder Erhebe dich her
00:08:10: Spannend.
00:08:11: Und bei Erheben denke ich wieder auch als Kreuz, wenn ich erhöht sein werde, werde ich alle an mich ziehen.
00:08:20: Dass das Erhebene eben vielleicht auch manchmal im Kreuz passiert.
00:08:25: Auch wieder ganz anders als wir uns im ersten Moment vorstellen.
00:08:29: Ich glaube die Perspektive zu haben ist gesagt Wir sind auf dieser Welt noch irgendwie und Die Welt ist uns geschenkt und ich lieb diese Welt in vielem, auch wenn sie mich manchmal wahnsinnig macht.
00:08:41: Aber das ist nicht alles!
00:08:44: Wir sind für so viel mehr gemacht.
00:08:45: Und zu sagen okay vielleicht ist das der Rucksack den ich jetzt mittragen muss oder den die Person mit tragen muss, die mir so am Herzen liegt?
00:08:51: Oder vielleicht muss ich die Politik angucken und sagen Jesus was soll das also dass es einfach unfair... Das macht mich teilweise wirklich wahnsinnigt wieviel armen Unterdrückte gerade nicht geholfen wird, bewusst.
00:09:03: Das kann man ja schon noch sagen, greift nicht nur einen indem du die Person entmachtest sondern warum greifst du nicht ein, indem du den anderen hilfst?
00:09:11: Aber das kann ich von meiner Perspektive oft auch gar nicht sagen.
00:09:14: also Ich kann meine Welt sich sehen, ich kann sagen Dafür stehe ich einem dafür bete und ich kann hoffen und beten dass Jesus sich zeigt und sagt ich habe noch was viel besseres für euch Und da wollen wir in der Ewigkeit sein.
00:09:26: und das hier sind jetzt.
00:09:30: Es ist manchmal eine Platte Auswege, aber ich glaube... Vielleicht ist das das Letzte, was einen dann so weitergehen lässt.
00:09:37: Wie können wir das noch konkret auf unseren Alltag bemünzen?
00:09:41: Was heisst das für euer Leben und Euer Alltag, wenn ihr wisst, einerseits gut ist ein Gott, der kann eingreifen.
00:09:47: Lassen Sie auch in der Bibel immer wieder Stellen, die Gott eingreifen hat.
00:09:52: Durch Geburt von Jesus zum Beispiel und so weiter.
00:09:56: Aber eben auch eine Realität, die wir manchmal merken, er greift nicht dazu ein wie man will ... Ja?
00:10:01: Wie können wir diesen Versum mitnehmen all den Tags?
00:10:06: Also ich sehe mich ausgefordert eben immer wieder ja auch und wirklich versuche das Gott zu überlassen.
00:10:14: Auch in dieser Aussage lasse ich nicht zu, dass ein Mensch dir die Stirn bietet.
00:10:18: Man drückt die Angst aus, dass er wieder runterkommt und immer wieder das Vertrauen hat.
00:10:26: Das geht schon weiss, wie es gut kommt und dass er einen Plan hat.
00:10:34: Und dass ich mich manchmal im Vertrauen verlassen muss.
00:10:40: Mir hilft auch ganz oft zu denken ... Also diese Begegnungen, die Jesus hat nachzuempfinden und nachzulesen.
00:10:45: Also wirklich auch mal drüber zu meditieren wie begegnet Jesus eine weinenden Maria oder ein weinender Marta wo ich merke nur weil er nicht eingreift heißt es nicht dass er nicht da ist und das er nicht den Schmerz fühlt und dass er sich nicht diese Trauer hat, dass er ihn nicht mitweint, dass der sich nicht mit freut dass er das Leid der Welt genauso schlimm findet.
00:11:05: Nur weil ich ihn nicht aktiv so sehe, wie es mir wünschen würde heißt jetzt nicht, dass er nicht da ist und das gibt mir ganz viel Stütze auch zu sagen.
00:11:13: Das heisst nicht nur, dass ihr erst bei mir aber auch bei den Menschen die mir wichtig sind und die gerade so leiden seht.
00:11:19: Und ich kann ihnen da auch rein beten, rein wünscht ihm sagen sei aber der Person, die mir so am Herzen liegt.
00:11:27: Ja!
00:11:28: Und wir haben also ganz zum Schluss, welche.
00:11:30: Mir selber.
00:11:31: Wir sind ja auch nicht in der Passivität gegrüfft, vielleicht ein oder zwei Worten.
00:11:38: Wir hören jetzt, wie der Dicker kommt und welche Mirgerechtigkeit er hat.
00:11:44: Ich glaube uns da wirklich eins machen und sagen wenn ich Unterdrückung sehe, unfaires See im Alltag, es kann ganz kleine Sachen sein aufstehen und sagen so ist es nicht gedacht.
00:11:54: Ich kenne Gott, der denkt sich
00:11:55: das anders!
00:11:56: Das nehmen wir auch ganz gerne mit.
00:11:58: Danke Mimi und danke auch dir, Johannes für das Teil von euren Gedanken!
00:12:02: Und danke euch da draussen fürs Zuhören.
00:12:05: Wenn ihr den Podcast gefallen habt, dürfen wir uns wieder empfehlen.
00:12:09: Ihr könnt uns auch finanziell unterstützen – erfmedien, wo
00:12:12: der Podcast produziert,
00:12:13: lebt nämlich von Spenden.
00:12:15: Alle Infos zu dem findet
00:12:16: ihr in unseren
00:12:27: Schulnoten.
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